QI GONG 

Vitalitätsfördernde Atem- und Heilgymnastik   

Mit diesem ca. 4.000 Jahre alten chinesischen System ist eine lange, erfolgreiche Tradition der Heilkunst verbunden, in der sich die Anschauung niederschlägt, dass Atmung, Geistestraining, Körperschulung und Medizin bei der Entwicklung körperlicher Fitneß und der Vorbeugung und Behandlung von Krankheiten zusammengehören.


Die „Erfindung“ bzw. „Entdeckung“ der wirksamen Heilgymnastik, die auch unter der Bezeichnung „Kunst der fünf Tiere“ (Wuqinshu) bekannt ist, wird dem großen Arzt Hua Tuo (190 - 265 v. Chr.) zugeschrieben. Es ist das erste uns bekannte System der Heilgymnastik, das bereits im 2. Jahrtausend vor unserer Zeitrechnung entstanden ist. Die Anzahl der Tiere weist auf die magische Bedeutung der Fünf hin, die die fünf Urelemente symbolisiert - Erde, Himmel, Wasser, Metall, Holz - , die fünf Hauptrichtungen, die vier Seiten der Welt (Ost, West, Süd, Nord) und die Mitte.
„Der Körper“, so lehrt Hua Tuo, „braucht Übungen, aber nicht bis zur Erschöpfung, da die Übungen dazu bestimmt sind, den schlechten Geist aus dem Körper zu vertreiben, den Blutkreislauf zu fördern und Leiden zu verhüten.“ So entstand „die Lehre von der Tätigkeit des Qi"

(Qi kann man gleichsetzen mit der Energie die durch den Körper fließt - Niedervolt - Spannung).


Als Universalmethode des psychophysischen Trainings verfolgt Qi Gong in all seinen Formen ein einziges Ziel: Im Organismus ständig die Bioenergie „Qi“ zu akkumulieren und ihre Bewegungen zur Aktivierung aller physiologischen und psychischen Prozesse zu kontrollieren und zu lenken. Der Eckpfeiler des Qi Gong (wie auch des indischen Yoga) ist die Lehre von der Atmung. Sie bildet mit der Durchführung der gymnastischen Übungen ein komplexes hygienisches System. Im Laufe der Jahrhunderte wurde die Tradition vorwiegend mündlich weitergegeben. Alle gebildeten Menschen beschäftigten sich, in mehr oder minder großem Maße, mit der Praxis des Qi Gong, denn ohne Beherrschung des Qi war es nach allgemeiner Meinung völlig unmöglich, sich mit irgendeiner wichtigen Sache zu beschäftigen, sei es nun Malerei, Kalligraphie, Poesie, Astronomie, Bogenschießen oder Speerfechten.


Qi Gong baut auf leichten, langsamen gymnastischen Bewegungen mit der jeweils richtigen Atemtechnik auf, die von jedem, ob acht oder achtzig Jahre alt, Kraftsportler oder zu schwach, um auch nur den eigenen Arm zu heben, ohne Hilfsmittel ausgeführt werden können. Sie wirken nicht anstrengend, sondern entspannend und doch belebend, fördern die Widerstandskraft gegen Krankheiten und vermögen da zu helfen, wo chronische Erkrankungen vorliegen. Vor dem eigentlichen Sport ausgeführt, bereiten sie den Körper optimal auf jede Anforderung vor. Nach dem Sport entlasten die Bewegungen den gesamten Körper und beugen so dem Muskelkater vor. Der Körper und der Geist werden auch nach starkem Adrenalinausstoß wieder entspannt und beruhigt.

 Ziel des Qi Gong

ist die Beweglichkeit und Geschmeidigkeit des gesamten Körpers.

Wirbelsäule (mit HWS, BWS, LWS)

Schulter-, Arm-, Brust-, Bauch- und Rückenmuskulatur, Gesäß und Beine,

Bänder und Sehnen.

 

Durchblutung, Reinigung und optimale Versorgung mit Sauerstoff

der Inneren Organe, wie: Herz, Kreislauf, Lunge, Leber, Galle, Nieren, Magen, Darm und Blase.

 

 

Schmerzlinderung oder sogar Schmerzbeseitigung

bei: Rheuma, Bronchitis, Asthma, Hexenschuß, Ischias, HWS-, BWS-, LW

S-Syndromen, Kopfschmerzen, Depressionen.

 

Entspannung

 

für Körper und Geist.

 Die Übungen stammen aus Formen mit so poetischen Namen wie: WU CHIN SI - Das Spiel der fünf Tiere

Hier werden die Bewegungen des wilden Tigers, des eleganten Hirsches, des schwerfälligen Bären, des behänden Affen und den Flug des leichten Vogels nachgeahmt.

PA TUAN CHI - Die acht eleganten Übungen

Sie werden im Stehen ausgeübt, mit Schwerpunkt auf den Armen, obwohl auch Kopf, Nacken und Rumpf mitbewegt werden. Die Ausführungen sind kräftig als auch sanft.

 

 

YI CHIN GING - Die Methode der Umwandlung schwacher, schlaffer Muskeln in starke und feste

wirkt besonders auf Muskeln und Gewebe, jedoch auch in der Rekonvaleszenz nach Knochenerkrankungen. Harte und kräftige Bewegungen, die jedoch Sanftheit und Gelassenheit in sich bergen, sind typisch.

 

SHIH ERH TUAN CHI - Die zwölf eleganten Übungen

 

beinhalten Selbstmassage, Akupressur und Fitneßübungen, überwiegend ausgeführt im Sitzen, die ebenso für alte und schwache Menschen geeignet sind, wie für die, welche an chronischen Krankheiten leiden. Aus einer Unmenge von Übungen werden nur die praktiziert, die leicht verständlich und leicht erlernbar sind, sowie rasche Abhilfe bei den verschiedensten Beschwerden bringen.

 

Auszug aus dem Buch:

Die Kunst des Atmens - Qi Gong, das Geheimnis des chinesischen Systems von Atmung und Bewegung

von Karl-Dieter Alletter, erschienen im Sportverlag Berlin, ISBN-Nr.: 3-328-00537-0